BECHER UND DIE GEGENWART

VIDEOS

URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

JUGENDMAGAZIN

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information
Erholungsaufenthalte für "Tschernobylkinder auch heute noch wichtig - Rheinland-Pfälzische Tschernobylinitiativen tagten in Römerberg
Drucken
VORDERPFALZ | VBG Roemerberg-Dudenhofen
Mittwoch, den 07. März 2018 um 23:42 Uhr

Als am 26. April 1986 Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine explodierte, begann für die Menschheit ein neues Kapitel, denn dieses Versagen der Technologie hatte ungeahnte, ja beinahe apokalyptische Folgen. Bis heute sind die Auswirkungen selbst in der Pfalz, fast 3.000 Kilometer von Tschernobyl entfernt, noch relevant. Immer noch sind zahlreiche im Pfälzerwald geschossenen Wildschweine so radioaktiv verstrahlt, dass sie nicht zum Verzehr geeignet sind.

 

Wie viel schlimmer ist es in den stark verstrahlten Gebieten vor allem in Weißrussland, in denen immer noch etwa 1,5 Millionen Menschen leben. Trotzdem ist Tschernobyl weitergehend aus dem Bewusstsein der Menschen in Deutschland  verdrängt. Daran erinnerten alle Grußredner bei der Jahrestagung der rheinland-pfälzischen Tschernobyl-Hilfsvereine am Samstag im Römerberg.
Die protestantische Pfarrerin Beyerle erinnerte sich daran, als sie nach Bekanntwerden die Gartenprodukte nicht mehr essen konnten. Die Tschernobylinitiativen arbeiteten nicht nur humanitär sondern auch gegen das kollektive Vergessen.
Ihr Katholischer Kollege Josef Metzinger sprach über seine persönlichen Erlebnisse als Konvoi-Fahrer in Belarus, wie der Eigenname Weißrusslands lautet. In der Kreisstadt Shitkowitschi sei ihm erst so richtig klar geworden, was eigentlich passiert war. Die Teiche der dortigen Fischzuchtanlage, einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor, seien voll gewesen, da niemand mehr diese Fische kaufen wollte: "Da haben die Menschen in Shitkowitschi die Fische halt selbst gegessen, die Gefahr durch die Radioaktivität verdrängt." Metzinger sprach von menschlichem Größenwahn beim Nutzen einer nicht beherrschbaren Technologie.
235 Milliarden US-Dollar habe das Land in die Linderung der Tschernobyl folgen in den letzten 32 Jahren investiert, so der Vertreter der weißrussischen Botschaft, Sergei Andrushkevich. Etwa 1,5 Millionen Menschen mussten umgesiedelt werden. Andrushkevich betonte, wie wichtig die Hilfe aus Deutschaland immer noch sei.
Als Vertreter der Ministerpräsidentin Malu Dreyer überbrachte Staatsminister Herbert Mertin die Grüße der Landesregierung. Als Justizminister sei er eigentlich nicht zuständig. Trotzdem sicherte die weitere Hilfe des Landes zu.
Lobende Worte fand Verbandsbürgermeister Manfred Scharfenberger für die örtliche Tschernobyl-Initiative, die seit 28 Jahren Kindern einen Erholungsaufenthalt ermögliche. Triebfeder sei damals wie heute Paul Neumann, der amtierende Vorsitzende des Landes-Sprecherrates.
Zu Beginn hatte Dr. Bernhard Sowodniok die Römerberger Initiative vorgestellt.
Zentraler Tagesordnungspunkt war ein Vortrag von Dr. Waltraud Jobst mit dem Titel "Tschernobyl ist noch lange nicht vorbei".
Die Ärztin beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit den gesundheitlichen Folgen der nach der Reaktorhavarie freigewordenen Radioaktivität. Sie machte im Vergleich mit Fukushima deutlich, dass Tschernobyl um ein Vielfaches gravierender war in Bezug auf die freigewordene Radioaktivität, die verstrahlten Gebiete und die betroffenen Menschen. Entsprechend groß seien auch die Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit, vor allem die der Kinder.
Vehement bejahte sie die Frage, ob es immer noch sinnvoll sei, Kindern aus der Tschernobylregion einen Erholungsaufenthalt Deutschland zu ermöglichen. Neben der positiven Auswirkungen auf die körperliche Konstitution der Kindern stärkten Kindererholungen nachweislich auch das Selbstbewusstsein, bekämen die Kinder einen erweiterten Horizont. Außerdem sei es ein Beitrag zur Völkerverständigung. (ks/Fotos: ks)

 

Kommentare können erst nach einer Anmeldung auf unserer Seite abgegeben werden.
Neue Einträge werden erst nach Freischaltung sichtbar.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.