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Gedenken an "Reichspogromnacht" vor 80 Jahren: Wende von der Demütigung und Unterdrückung hin zur Vernichtung der Juden
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SPEYER | Speyer heute
Freitag, den 09. November 2018 um 09:15 Uhr

Von Klaus Stein
80 Jahre ist es her, dass in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Deutschland die Synagogen brannten und auch in Speyer die jüdischen Mitbürger von SA-Horden aus ihren Wohnungen auf die Straße gezerrt und ihre Scheiben eingeschlagen wurden, weshalb die Nationalsozialisten dieses Ereignis zynisch "Reichskristallnacht" nannten. Für Diakon Paul Nowicki von der Dompfarrei Pax Christi markiert diese Nacht die Wende von der Demütigung und Unterdrückung der Juden hin zu deren Vernichtung, wie er es beim dritten Teil der Veranstaltung zur Erinnerung an die Geschehnissen am Gedenkstein für die damals niedergebrannte Synagoge neben dem Kaufhof ausdrückte.

Der erste Teil ging im Gemeindesaal der neuen Synagoge Beith Schalom über die Bühne. Dort erinnerte Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU) vor etwa 200 Gästen, darunter auch seine Nachfolgerin Stefanie Seiler (SPD), an die schrecklichen Ereignisse vor 80 Jahren, zog Parallelen zu aktuellen Entwicklungen. Eger sprach von einer Verrohung der Sprache und zunehmendem Antisemitismus, Tendenzen, denen man entschieden entgegentreten müsse.
Unter der Leitung von Daniel Spektor wurde die Veranstaltung musikalisch gestaltet. Unter anderem kam auch ein Lied der Komponistin Tamara Ibragimova mit einem Text von Viola Taraz mit dem Titel "Shoah" zur Uraufführung.
Danach zogen die Teilnehmer in die Innenstadt. An der Ecke Maximilian/Wormser Straße erinnerte Sabrina Albers, Mitinitiatorin der Aktion "Stolpersteine", an die Familien Altschüler, Mayer und Cahn, die dort einstmals wohnten und wo 2019 die nächsten Stolpersteine verlegt werden sollen.
"Wir müssen aufstehen vom Sofa und kämpfen für unsere Demokratie", forderte der Speyerer DGB-Vorsitzende Axel Elfert am Gedenkstein in seiner bekannt klaren Sprach auf. Rechte Horden überfielen Menschen und Einrichtungen und Politiker der AfD bedienten sich mit Begriffen wie "Altparteien", "Lügenpresse" oder "Gutmenschen" der Sprache der braunen Unmenschen vor 80 Jahren. Angst vor Verarmung und Kriminalität, aber auch der Dieselskandal treibe die Menschen in die Arme der Rechtspopulisten: "Unsere Machteliten denken nur an ihren eigenen Vorteil und haben vergessen, dass es auch ein Unten gibt."
"Die Taten von vor 80 Jahren haben verschiedene Facetten." Diakon Novicki sah in Hass, Gier, Faszination der Zerstörung, Neugier der Zuschauer sowie dem Zynismus der Täter als Aspekte und Triebfedern der Novemberpogrome. Ihm zur Seite standen mit Theodora Talpeanu und Christian Fisch zwei Mitglieder des Jugendstadtrats, die ihre Gedanken zum Thema vortrugen und davor warnten, den aktuellen Rechtsextremismus herunterzuspielen. Es gebe zwar keine NSDAP mehr aber Parteien mit dem gleichen Gedankengut. Sie forderten dazu auf, in den Schulen mehr auf das Thema einzugehen und junge Menschen zu lehren, sich gegen Rechtsextremismus zu wehren.
Novicki forderte dazu auf, ausgetretene Pfade zu verlassen, neue Wege zu gehen, eine Gesellschaft des friedlichen Miteinanders und der kulturellen Vielfalt zu schaffen: "Gott hat die Ausländer lieb", zitierte er die Bibel.
Zum Abschluss sprach Juri Aschkenasi von der Jüdischen Kultusgemeinde das jüdische Heiligungsgebet, den Kaddisch. Musikalisch umrahmte Wolfgang "BLUESWOLF“ Schuster den Teil am Gedenkstein. (Fotos: ks)

 

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