BECHER UND DIE GEGENWART

VIDEOS

URLAUB UND FREIZEIT

MENSCHEN

LESERBRIEFE

JUGENDMAGAZIN

MEIST GELESENE ARTIKEL

NATUR UND UMWELT

WIRTSCHAFT UND ARBEIT

MODE UND LIFESTILE

SOCIAL-BOOKMARKING

Hinzufügen zu: Facebook Hinzufügen zu: Mr. Wong Hinzufügen zu: Webnews Hinzufügen zu: Windows Live Hinzufügen zu: Favoriten.de Hinzufügen zu: Linksilo Hinzufügen zu: Readster Hinzufügen zu: Linkarena Hinzufügen zu: Del.icoi.us Information

AKTUELLE MELDUNGEN

Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat am Speyerlachsee (er gehört zu den Binsfeldgewässern) ein vermehrtes Vorkommen der Bl...
Bereits vor etwa einem Jahr war der AV 03 Speyer, fünffacher Deutscher Mannschaftsmeister im Gewichtheben, mit der Idee ...
Vor viereinhalb Jahren diagnostizierte der Chefarzt Dr. Hans-Jörg Meier-Willersen der Klinik für Innere Medizin am Sankt...
1. Mai in Speyer: Ein Plädoyer für die Menschlichkeit - Pfarrer Franz Meurer fordert mehr Solidarität sowie Mitspracherecht und Gestaltungsspielraum für die Bürger
Drucken
SPEYER | Speyer heute
Mittwoch, den 02. Mai 2018 um 09:33 Uhr

Pfarrer Franz Meurer aus Köln ist ein Freund klarer Worte, auch wenn er damit unbequeme Wahrheiten ausspricht. Der Hauptredner bei der 1. Mai-Veranstaltung des Speyerer DGB hat, obwohl er katholischer Priester ist und zuletzt als Kreis-Jugendseelsorger im Rhein-Sieg-Kreis tätig war, zur Religion im Allgemeinen ein durchaus zwiespältiges Verhältnis. Er sorgte mit seinem Spruch "Religion ist saugefährlich! Wenn Du willst, dass ein guter Mensch etwas Böses tut, dann führe ihn zur Religion", zumindest für Verwunderung, aber auch für einige Lacher - und viel Zustimmung als er hinzufügte, Religion solle sich der Vernunft unterwerfen.

  Er habe sich gewundert als er hörte, dass es in Speyer Wohnungsnot gebe: "Ich dachte, ich komme ins gelobte Land, in dem die Menschen Urlaub machen und in dem man schon am Vormittag Wein trinkt." Mit solchen humorvollen Einlagen lockerte Franz Meurer immer wieder die Stimmung der zahlreichen 1. Mai-Gäste auf, darunter der Landtagsabgeordnete Reinhard Oelbermann und die Beigeordnete Stefanie Seiler.
Seine Themen ließen allerdings an Ernsthaftigkeit nichts zu wünschen übrig. So sorge er sich um die Demokratie angesichts der jüngsten Wahlerfolge von Rechtspopulisten. Er benannte auch die Ursachen dafür: "Wir müssen dafür sorgen, dass auch die normalen Menschen eine Chance bekommen." Viele Menschen hätten das Gefühl, von der Politik nicht mehr wahrgenommen zu werden, sie kämen sich verloren vor.
Auch habe sich neben den klassischen drei Schichten Ober-, Mittel- und Unterschicht noch eine vierte, eine obere Mitteschicht gebildet - auch unter der Mitwirkung der Gewerkschaften. Das seien diejenigen mit sehr guten Renten und Einkommen, die sich Kreuzfahrten und ähnlichen Luxus leisten könnten. Dieser Schicht gehörten überwiegend "singuläre" (vereinzelte) Menschen an, die sich einer solidarischen Gesellschaft nicht verpflichtet fühlten. "Die Anderen, die Arbeiten und auf keinen grünen Zweig kommen, die Verbittern."
Dabei seien Menschen von Natur aus genetisch auf Solidarität programmiert, wie Studien ergeben hätten. Bis zum Alter von drei Jahren unterstützten sich Kinder vorbehaltlos untereinander.
Auch Verlustängste bei Menschen, denen es heute noch gut gehe, die aber befürchten müssten, dass es ihnen einmal nicht mehr so gut gehen wird, seien ein weiterer Grund für Verunsicherung. Die sich im Gang befindende Digitale Revolution verstärke den Effekt noch.
Auch empfänden es viele als ungerecht, dass Flüchtlinge so viel Geld bekämen wie Auszubildende, so Meurer. Auch darüber müsse gesprochen werden, wobei er den Flüchtlingen das Geld nicht neide, das Problem seien die niedrigen Ausbildungsvergütungen.
"Wo es in unserer Gesellschaft Defizite gibt, muss an deren Beseitigung gearbeitet werden. Dabei sollte man sich nicht nur auf die Politik verlassen. Gibt es in Deutschland eine Ausbildungsplatzgarantie?", eine Frage die Meurer verneinte. Er erzählte ein Beispiel aus seiner Praxis als Jugendseelsorger wo es gelungen sei, mit Unternehmen und Schülern, die sich zu Mindestleistungen an der Schule verpflichteten sowie da nachzubessern, wo es notwendig sei, seit acht Jahren für diesen Kreis eine Ausbildungsgarantie zu realisieren.
Um die Demokratie zu retten sollten die Mächtigen auf einen Teil ihrer Macht verzichten und den Menschen mehr Mitspracherecht und Gestaltungsspielraum einräumen, so der Theologe und Soziologe.
Zu Beginn der Veranstaltung hatte der Speyerer DGB-Vorsitzende Axel Elfert davon gesprochen, dass ein Riss durch die Gesellschaft gehe. Die Menschen seien angesichts zunehmender prekärer Arbeitsverhältnisse, Flucht aus den Tarifverträgen, zunehmend verunsichert. Die Demokratie und die Gewerkschaften befänden sich in einer Vertrauenskrise. So versuchten Rechtsextremisten und Rechtspopulisten, die Belegschaften zu spalten. Was man in dieser Situation nicht brauche sei ein Bundes-Heimatminister von der CSU, so Elfert.
In seinem Grußwort bekannte sich Oberbürgermeister Hansjörg Eger zu Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit, dem Slogan der Gewerkschaften zum diesjährigen Tag der Arbeit. (ks/Fotos: ks)

 

Kommentare können erst nach einer Anmeldung auf unserer Seite abgegeben werden.
Neue Einträge werden erst nach Freischaltung sichtbar.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.