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Agentur für Arbeit: Der Ausbildungsmarkt in der Pfalz - Die duale Ausbildung als Chance für Jugendliche und Betrieb
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WIRTSCHAFT UND ARBEIT | ARBEIT UND BERUF
Samstag, den 05. November 2016 um 15:17 Uhr

In den Monaten August und September haben zahlreiche Jugendliche ihre Berufsausbildung begonnen. Die drei Agenturen für Arbeit in der Pfalz bilanzieren wie in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz und der Handwerkskammer der Pfalz den Ausbildungsmarkt und blicken dabei sowohl auf die Entwicklung bei den jugendlichen Bewerbern als auch auf die von den Ausbildungsbetrieben gemeldeten Ausbildungsstellen in der Zeit von Oktober 2015 bis September 2016.

 

Der Trend der letzten Jahre hin zu einem Bewerbermarkt setzt sich weiter fort. Auf der einen Seite können interessierte und gut qualifizierte Bewerber häufig zwischen mehreren Ausbildungsstellen auswählen. Dabei verknappen die demografische Entwicklung und der weiter steigende Akademisierungstrend die Menge der Ausbildungsbewerber. Auf der anderen Seite wird es aufgrund der weiter ansteigenden Anforderungen in den Berufen für leistungsschwächere Jugendliche schwieriger, am Ausbildungsmarkt Fuß zu fassen. Die Unternehmen zeigen weiterhin eine hohe Ausbildungsbereitschaft. Dennoch halten sie meist an bestimmten Anforderungskriterien fest, insbesondere bei anspruchsvollen theoretischen Ausbildungsinhalten. Die Betriebe finden daher nicht immer die passenden Auszubildenden und Ausbildungsstellen bleiben somit unbesetzt.

Gemeldete Ausbildungsstellen bei den Agenturen für Arbeit in der Pfalz
Insgesamt wurden den pfälzischen Agenturen für Arbeit im Ausbildungsjahr 2015/2016 8.793 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet. Das waren 481 bzw. 5,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit lag die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen deutlich über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Palette der Berufsbilder ist so vielfältig wie die Wirtschaftsstruktur der Region. Diese gestaltet sich in den einzelnen Agenturbezirken durchaus unterschiedlich. Der Branchenmix und die Mischung von Groß- bzw. mittelständigen und Kleinbetrieben wirken sich für die gesamte Pfalz positiv auf das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten aus. Zum Ende des Berichtsjahres blieben 563 Ausbildungsstellen unbesetzt, 65 weniger als 2015. Allein im Handel waren dies 117 Ausbildungsstellen, im Gastgewerbe 113, im Baugewerbe 62  und in der Lebensmittelherstellung und Speisenzubereitung 51. "Es ist weiterhin eine Herausforderung, die Nachfrage der jungen Bewerber mit dem betrieblichen Ausbildungsangebot zusammenzubringen", erläutert Konrad Stephan, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit  Kaiserslautern-Pirmasens.

Gemeldete Bewerber bei den Agenturen für Arbeit in der Pfalz
Die Zahl der Bewerber in der Berufsberatung der Agenturen für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, Landau und Ludwigshafen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Insgesamt 10.034 Jugendliche, 92 oder 0,9 Prozent mehr als im letzten Berichtsjahr, nutzten die Beratungsangebote. In der Folge haben sie eine duale Ausbildung, ein Studium oder eine andere Alternative wie zum Beispiel ein freiwilliges soziales Jahr begonnen oder haben sich für den Besuch einer weiterführenden Schule entschieden. 220 Jugendliche waren zum Stichtag am 30. September 2016 weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bzw. nach einer Alternative hierzu, 10 mehr als im Vorjahr.
Trotz des umfangreichen Ausbildungsangebotes sind die am meisten nachgefragten Ausbildungsberufe im Vergleich zum letzten Jahr nahezu gleich geblieben. "Dennoch besteht ein hoher Beratungsbedarf. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, dass es sowohl für die Jugendlichen als auch für deren Eltern schwer ist, den Überblick zu behalten. Die Vielzahl schulischer Möglichkeiten, neue und sich stetig wandelnde Berufsbilder sowie das wachsende Angebot an dualen Studiengängen machen die Auswahl unübersichtlich und die Wahl des individuellen Ausbildungsweges wird für die Jugendlichen immer komplexer,"  berichtet Helmut Riffel, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Landau.  "Der Trend zur schulischen Höherqualifizierung ist weiterhin ungebrochen. Infolge dessen stellen wir fest, dass insbesondere gute Realschüler, die bisher häufig eine Ausbildungsstelle aufgenommen haben, auf dem Ausbildungsmarkt fehlen. Gleichzeitig ist die Zahl derjenigen gestiegen, die mit der Fachhochschulreife beziehungsweise mit der Allgemeinen Hochschulreife eine duale Berufsausbildung begonnen haben".  Immer mehr Jugendliche benötigen beim Übergang von Schule zu Beruf Unterstützung, die über die berufliche Beratung und Vermittlung einer Ausbildungsstelle hinausgehen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Neben schulischer Defizite mangelt es oftmals an sozialen Kompetenzen. Auch psychische Probleme und andere Erkrankungen häufen sich bei den jungen Berufsanwärtern. Für sie halten die Arbeitsagenturen und Jobcenter ein umfassendes Unterstützungsangebot vor.

Förderangebote der Agenturen für Arbeit
"Die Berufsberatung fördert sowohl die Jugendlichen als auch die Ausbildungsbetriebe mit verschiedenen Instrumenten. Sie bereitet junge Bewerberinnen und Bewerber auf die betriebliche Ausbildung vor, organisiert und finanziert Ausbildungen in außerbetrieblichen Einrichtungen und unterstützt mit Förderunterricht, falls eine Ausbildung wegen schlechter Noten zu scheitern droht", erklärt Beatrix Schnitzius, Chefin der Agentur für Arbeit Ludwigshafen. Die Bundesagentur für Arbeit passt ihr Angebot an die veränderte Situation an. So wurde im letzten Jahr eine neue Form der Unterstützung – die Assistierte Ausbildung – ins Leben gerufen. Dieses Angebot richtet sich an Jugendliche und Betriebe und kann bereits vor Beginn der Ausbildung genutzt werden. Auch geflüchtete Jugendliche und ihre Ausbildungsbetriebe profitieren von diesem Instrument. Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 168 geflüchtete Jugendliche in der Pfalz auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei uns gemeldet. Davon haben 56 eine duale Ausbildung begonnen, 16 junge Menschen sind noch unversorgt.  Viele Betroffene bereiten sich aktuell mit den verschiedensten arbeitsmarktpolitischen Instrumenten auf eine zukünftige Ausbildung vor. "Ihre berufliche Integration bleibt weiterhin eine Herausforderung. Aufgrund der kulturellen Unterschiede leisten unsere Beratungsfachkräfte teilweise erstmal bei jungen Flüchtlingen Überzeugungsarbeit, um ihnen die Vorteile unserer dualen Ausbildung nahezubringen. Aus ihrer Heimat kennen sie dieses Verfahren nicht. Wichtig ist auch, die sprachlichen Hindernisse abzubauen, um den Erfolg der Ausbildung sicherzustellen. Aufgrund der angepassten Rechtslage sind die Agenturen für Arbeit nun in der Lage früher und umfangreicher zu unterstützen", so Schnitzius.

Bilanz der Handwerkskammer der Pfalz (HWK)
Im pfälzischen Handwerk wurden bis zum 30.09.2016 insgesamt 2.479 neu eingetragene Lehrverhältnisse registriert. Dies bedeutet eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr (2.468) um 0,45 Prozent. Auf den Agenturbezirk Kaiserslautern-Pirmasens entfallen 952 Lehrverträge (1 bzw. 0,11 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr), auf den Agenturbezirk Landau 846 (16 bzw. 1,93 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr) und auf den Agenturbezirk Ludwigshafen 681 (dies sind 6 bzw. 0,87 Prozent Abnahme gegenüber dem Vorjahr).Die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt nehmen weiterhin zu. "Es wird schwieriger, das betriebliche Angebot an Lehrstellen und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzuführen. Die demografische Entwicklung und der allgemeine Trend zum Nichterkennen der Chancen einer qualifizierten beruflichen Ausbildung werden es zudem erschweren, den Fachkräftenachwuchs im Handwerk zu sichern. Dabei gibt es auch erhebliche Unterschiede zwischen den Berufen", so Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz. Angesichts der Zuwanderung von geflüchteten Menschen nach Deutschland würde mit dem gemeinsamen Projekt "Flüchtlings-Netzwerker" der Agenturen für Arbeit, dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium und den Handwerkskammern, ein besonderes Augenmerk auf die Integration von Personen mit Migrationshintergrund in Ausbildung und Beschäftigung gelegt.

Bilanz der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz (IHK)
Im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz  wurden bis zum 31.10.2016 insgesamt 4.814 Ausbildungsverhältnisse neu eingetragen. Dies entspricht einer Gesamtsteigerung von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (4.772 Ausbildungsverträge). Auf den Bereich der Agentur für Arbeit Ludwigshafen entfielen 1.914 Ausbildungsverhältnisse; dies sind 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr (1.943). Im Bereich der Agentur für Arbeit Landau ist ein Plus von 2,7 Prozent zu verzeichnen; dies sind 1.345 Verträge im Vergleich zu 1.310 im vergangenen Jahr. Im Bereich der Agentur für Arbeit Kaiserslautern- Pirmasens wurden 2,4 Prozent mehr Verträge registriert. Eingetragen wurden 1.555 Verträge im Vergleich zu 1.519 im Vorjahr. So konnten nach einer aktuellen Befragung der Ausbildungsunternehmen nur rund 70 Prozent der Unternehmen alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Im Jahr 2013 gaben noch 80 Prozent der antwortenden Unternehmen an, ihre Stellen besetzt zu haben. Befragt nach den Gründen, weshalb die angebotenen Stellen nicht besetzt werden konnten, gaben 64 Prozent an, dass keine geeigneten Bewerbungen vorlagen. 25 Prozent der Betriebe erhielten erst gar keine Bewerbung. Bei 28 Prozent der Unternehmen, die ihre Stellen nicht besetzen konnten, hat der Auszubildende trotz unterschriebenem Ausbildungsvertrag die Stelle gar nicht angetreten.Umso wichtiger wird es in Zukunft sein, dass die Wirtschaft in Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen und dem Land alle Schüler in der allgemein bildenden Schule über die Perspektiven und Chancen mit einer dualen Ausbildung informiert. Nur wer seine Möglichkeiten kennt, kann auch die richtigen Weichen für seine berufliche Zukunft stellen.

Entwicklung am Ausbildungsmarkt in den einzelnen Agenturbezirken
Agentur für Arbeit Ludwigshafen
Seit Oktober 2015 haben sich 2.773 junge Menschen bei der Agentur für Arbeit Ludwigshafen gemeldet, um Unterstützung bei der Suche nach einer Lehrstelle zu erhalten. Das waren 19 oder 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Ende September 2016 hatten noch 47 Jugendliche keinen Ausbildungsvertrag oder ein anderes Angebot. Sie gelten als unversorgt. Im letzten Jahr waren es 56 unversorgte junge Menschen. Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Ludwigshafen  waren von Oktober 2015 bis September 2016 insgesamt 2.806 Ausbildungsplätze gemeldet worden, dies waren 296 oder 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. 50 Ausbildungsstellen blieben bis zum 30. September 2016 unbesetzt. (spa)
 

 

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